Gesundheit, Unterwegs
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Vollnarkose für Suki

Als Hundebesitzer sammelt man nicht nur gute Erfahrungen, nein, es schleichen sich hin und wieder auch richtig üble Exemplare ein. So ist es mir vergangenen Donnerstag mit Suki ergangen.

Donnerstag ist bei uns im Büro “Suki Tag”, d.h. Suki ist den ganzen Tag bei mir im Büro. Der Tag fängt jeweils schon früh an, wir machen dann einen schönen Spaziergang auf dem Panoramaweg, wundervolle Aussicht auf die Stadt Zürich inklusive.

Wir werfen Suki gerne Stöckchen, sie liebt es diesen Dingern nach zu laufen um dann innert Sekunden Kleinholz daraus zu machen. So geschah es an diesem Tag. Ich warf Suki dieses eine Stöckchen, das unglücklicher weise vertikal im Boden stecken blieb. Suki rannte in ihrem Eiltempo und mit offenem Maul auf dieses Stöckchen zu……und schrie sogleich fürchterlich auf!! Was war geschehen? Ich versuchte Suki zu beruhigen, wollte zu ihr, doch sie rannte desorientiert ein paar Meter weg und dann wieder auf mich zu. Um Hilfe bittend sass sie zusammengekauert da, jede Faser ihres Körpers schien nach Schmerz zu schreien, sie zitterte und viel Blut tropfte ihr aus dem Maul. Ich war unsicher, ob ich sofort die Tierrettung anrufen soll. Ich wollte versuchen Ãœberblick über die Situation zu gewinnen, wollte Suki vorsichtig ins Maul schauen, denn nachdem ich ihr Blut mit Taschentüchern weggewischt hatte, war klar, dass die Verletzung innerlich war. Keine Chance, ich konnte Suki nicht dazu bewegen, ihren Fang zu öffnen. Die Blutung hörte ziemlich schnell auf und Suki beruhigte sich.

Wir gingen weiter, ich hatte ein sehr ungutes Gefühl, behielt Suki stets im Auge. Im Büro angekommen reichte ich ihr Wasser und Futter. Beides nahm sie zu sich, was mich für den Moment etwas erleichterte. Der Tag verlief schleppend, ich war froh, dass während der Sommerpause eher wenig im Büro zu tun ist, so konnte ich Suki ständig beobachten. Sie schien sehr ruhig, fast schon apathisch. Schlafen konnte sie offensichtlich nicht. Ich ging davon aus, dass sie Schmerzen hatte. Kurze Zeit später rief ich bei unserem Tierarzt an. Ich wollte, dass man sich Suki genau ansieht.

Leider war dieser in den Ferien. Ich rief den Tierarzt meiner Kollegin an, den sie mir mal empfohlen hatte. Leider hatten sie keinen freien Termin mehr, weil sie so viele Notfälle erreichte. Sie konnten mir aber einen weiteren Tierarzt empfehlen, den ich sofort anrief. Ins Tierspital wollte ich nicht, da waren wir schon einmal mit Sukis enzündeten Auge. Die Art und Weise wie wir behandelt wurden, behielten wir leider nicht in guter Erinnerung.

Wir bekamen einen Termin beim Arzt, um 16.30 Uhr, bis dahin blieb uns noch so viel Zeit und sie wollte nicht vergehen.

Um 16.00 Uhr verliess ich das Büro und eilte mit Suki zum Arzt. Sie schien draussen sehr lebendig und munter. Trotzdem, mein ungutes Gefühl blieb. Der Arzt untersuchte Suki, schaute ihr ins Maul, was Suki nicht sonderlich gefiel, ihr wahrscheinlich auch Schmerzen bereitete. Also wurde sie leicht sediert, so hatte sie weniger Stress und der Arzt konnte sie gründlich untersuchen.

Da war es, ein ca. 3 cm langes Tunnel, das der Stecken in Sukis Maul gebort hatte, hinten exakt zwischen Unter-und Oberkiefer. Wunden im Maul heilen dank der Schleimhäute und dem Speichel sehr schnell und in der Regel gut. Doch die Wunde war gross. Der Arzt empfahl mir, die Wunde auszuspülen und mit wenigen Stichen zu nähen. Ich willigte ein, schien dies doch vernünftig. Ich wollte nicht riskieren, dass Futter oder Dreck in die offene Wunde gelangen.

Gesagt, getan. Alles lief gut, ich stand immer neben Suki, wollte sie gar nicht mehr loslassen. Ja es tut weh, wenn man seinen besten Freund reglos auf dem OP-Tisch liegen sieht.

Nach dem Eingriff erhielt Suki das Gegenmittel, das sie aus dem tiefen Schlaf wieder zurückholte. Ich sass inzwischen auf dem Boden des Behandlungsraumes, hielt Suki in meinen Armen. Sie erwachte sehr schnell, war aber lange in einem Dämmerzustand, den man schwer beschreiben kann, wenn man dies noch nie miterlebt hat. Suki hob erst ihren Kopf, die Pupillen waren immer noch riesig und sie winselte schrecklich während ihr Kopf hin und her schwankte. Sie war sehr schreckhaft und ihre Beine schienen aus Blei. Ich hielt sie fest und ich konnte sie etwas beruhigen. Ca. eine Stunde sass ich mit Suki im Arm auf dem Boden. Wir warteten bis sie wieder bei Kräften war. Irgendwann fasste sie wohl den Entschluss, aufstehen zu wollen und wackelte erst mal sehr unsicher im Raum umher.

Ich bat den Arzt, uns ein Taxi zu rufen und wir setzten uns in das Wartezimmer. Suki war unruhig, sie wollte endlich nach Hause. Immer noch sehr unsicher auf dem Beinen, als müsste sie das Laufen neu erlernen, stand sie im Wartezimmer.

Das Taxi kam bald und wir fuhren nach Hause. Endlich. Es war ein langer Tag und wir mussten eine unschöne Erfahrung machen. Der Arzt und seine Assistentin allerdings waren überaus zuvorkommend, professionell und warmherzig. Dafür bin ich sehr dankbar.

Stöckchen werden keine mehr geworfen. Es war ein sehr unglücklicher Zwischenfall, aber nochmals soll so etwas nie wieder geschehen. Dafür ist nun der handliche Taschen-Dummy unser stetiger Begleiter.

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Als Freundin von Claude, meldet sich auch Miriam manchmal zu Wort. Sie hatte die ursprüngliche Idee, das Zusammenleben mit einem Hund zu bereichern und hätte inzwischen auch nichts gegen den Vorschlag "Zweithund" einzuwenden;-)

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