Unterwegs
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Mit oder ohne?

Gemäss dem heute erschienenen TA Artikel “Bello, an die Leine”, will die Stadt Zürich nun Parkanlagen bestimmen, in denen der Zutritt für Hunde gänzlich verboten wird. Grund dafür ist offensichtlich die gängige Missachtung der “In dieser Anlage besteht Leinenpflicht!” Schilder. Auch habe die Angst vor Hunden in der Bevölkerung zugenommen, lässt sich die Leiterin Naturförderung von Grün Stadt Zürich zitieren.

Der Artikel regt an und scheuert Emotionen. Bis heute Abend sind mehr als 100 Kommentare dazu eingegangen; mit teils erstaunlichen Voten: So gibt es Mitbürger die angeben nur noch mit Messern oder Sprays bewaffnet Spazieren zu gehen, um sich gegen Hunde zu wehren. Andere proklamieren die Erziehung von Haltern, nicht den Hunden. Dritte beschweren sich über Kleinkinder, Katzen, Biker und alte Leute in der Stadt und den einschlägigen Naherholungsgebieten. Wieder andere verkennen das Problem.

Ich bin geschockt über diese vielen negativen Kommentare gegenüber Hunden und ihren Haltern. Klar, als Halter bin ich irgendwie voreingenommen. Klar gibt es auch bei uns schwarze Schafe. Die gibt es wohl überall und viele Halter können von Negativerfahrungen mit anderen Haltern und Hunden berichten.

Aber woher kommt bloss diese Angst? Diese Abneigung? Ist es die Angst vor dem Unbekannten? Mangelt es an Aufklärung im Umgang mit Hunden oder Tieren generell? Oder fehlt einfach nur der konstruktive Dialog?

Fakt ist: Hundehalter sind verantwortlich für ihre Vierbeiner und Hunde gehören nicht in Badis, in Schulanlagen oder auf Spielplätze. Aber ein generelles Hunde-Verbot in Parks? Wer ist denn bitte zu dieser Jahreszeit frühmorgens in den Parks unterwegs? Wieso muss da der Hund ohne wenn und aber an die Leine? Wohl auch andere haben sich diese Frage gestellt. So reichte eine Initiantin den Vorschlag für ein Hunde-Freilauf in den Zürcher Parks, von April bis September von 21:00-10:00 Uhr sowie von Oktober bis Ende Februar durchgehend, bei der Zürcher Landsgemeinde ein. Bis anhin leider ohne Erfolg.

Was ich hingegen nicht verstehe: Wieso Familien mit Kleinkindern, die sich den Umgang mit Hunden nicht gewohnt sind, auf Hundewiesen wie der Zürcher Allmend ihre Sonntags-Spaziergänge machen müssen? Wieso genau diese Eltern gereizt reagieren, wenn man sie darauf aufmerksam macht, dass die Allmend auch eine Hundefreie Zone hat? Und sie partout nicht verstehen wollen, dass es eher ungeschickt ist, wenn sich ihr Kind mit einem Stock fuchtelnd vor einen Hund stellt oder der Hund von Hinten angefasst wird. Lobenswert hingegen sind Familien die ihren Kindern den Umgang mit Hunden beibringen wollen. So wie jene gestern auf dem Üetliberg mit dem kleinen Mädchen das unbedingt Suki streicheln wollte. Also hat Mami uns gefragt und mit unserem Einverständnis durfte das Mädchen dann Suki streicheln. Es hat sich tierisch gefreut. Mami auch. Und Suki sowieso. Beide haben was gelernt, das kleine Mädchen ebenso wie Suki.

Nicht jeder muss Hunde mögen und gesellschaftliches Zusammenleben bedarf gewisser Regeln, aber auch Respekt und Toleranz gegenüber Mitmenschen und Andersdenkenden.

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