Am 11. Dezember lud die Nord-West-Schweizer Regionalgruppe des Retriever Club Schweiz (RCS) zur alljährlichen Weihnachtsausstellung in Olten ein.

Miriam, im Vorjahr noch an Krücken, präsentiert Suki das erste mal in der Zwischenklasse (15 bis 24 Monate). Da Suki, sobald sie im Ring steht, Ausschau nach mir hält, wende ich den bewerten Trick an und ziehe mich einige Zeit vor der Präsentation zurück, um das Richten aus sicherer Entfernung mitzuverfolgen.  Nebst Suki stehen elf weitere Flat Hündinnen im Ring, welche vom Britischen Richter Mr. Frank A. Whyte bewertet werden wollen. Die erste Rund läuft gut, Suki läuft wie immer super schön und ich bin gespannt auf die Einzelrichtung. Erstmal ist aber Warten angesagt. Glücklicherweise geht mein  Trick auf und Suki sucht nicht nach mir, sondern ist ganz auf Miriam konzentriert.

Als die beiden endlich dran sind und der Richter auf Suki zu geht, weicht diese zurück. Dieser sagt etwas zu Miriam, sie gibt ihm ein Leckerli und er versucht Suki zu ködern. Nur zögerlich nähert sie sich ihm und kaum hat sie das Leckerli aus seiner Hand geschnappt, zieht sie sich auch wieder zurück. Der Richter ist sehr geduldig und weist Miriam erst mal an, die erste gerade Strecke vor und zurück zu laufen. Wiederrum läuft Suki super schön. Als der Richter Whyte abermals versucht Suki zu berühren, weicht sie wieder zurück. Ein weiterer Köderversuch ist etwas aussichtsreicher: mit sichtlichem Widerwillen lässt sich Suki abtasten, aber nur kurz, bevor sie wieder zurückweicht und dem Richter den Rücken zeigt. Dieser schickt Miriam auf eine weitere Rund und Suki läuft wiederum super schön. Wieder bei ihm angekommen unternimmt Whyte einen letzten Anlauf, kniet sich sogar zu ihr nieder und versucht ihr die Brust zu streicheln, was sie in der Regel beruhigt,  doch leider erneut ohne Erfolg.

Der Richter setzt sich an den Tisch, diktiert seine Bewertung und benotet Suki mit einem SG (sehr gut).

Offensichtlich konnte Suki Mr. Whyte nicht gut riechen, doch dies ist schnell vergessen, als sie nach der Ausstellung mit Laika und Neo durch den nahen Wald tobt.

 

Suki - Twilight Star's Something Special

Und wieder eine Narkose…

Claude —  November 26, 2011 — Leave a comment

Diesmal jedoch nicht wegen eines Unfalls, sondern wegen den HD (Hüftdysplasie) und ED (Ellenbogendysplasie) Untersuchungen, bei welchen der Hund vor dem Röntgen narkotisiert werden muss.

Das Wichtigste zuerst: Laut Tierarzt wird Suki diesbezüglich mit grosser Wahrscheinlichkeit keine gesundheitlichen Probleme haben. Das macht uns froh!

Die detaillierten Resultate folgen dann in ca. zwei Wochen.

Aja, hätte ich fast vergessen: Suki’s aktuelles Kampfgewicht: 25.5 kg.

Alles eine Frage der Mischung

Claude —  November 20, 2011 — Leave a comment

Zu Beginn meiner Karriere als Hundehalter bin ich auf viele Leute getroffen die Suki für einen Labrador, einen Setter oder für sonst was gehalten haben. Vor allem Neu-Hundehalter, so hab ich das bei mir selbst festgestellt, sind stets daran interessiert, welche Hunderasse gerade mit ihrem Hund spielt. In letzter Zeit haben diese Erlebnisse etwas abgerissen, doch heute war es mal wieder so weit:

SIE (den Hund an der ausgefahrenen Flexileine): Guten Morgen. Oh, was für ein schöner Hund.

ICH: Guten Morgen.

SIE: Und ein schönes glänzendes Fell hat er. Oder ist es eine sie?

ICH: Danke! Ja es ist eine sie.

SIE: Ja meine auch. Was ist das für eine Mischung?

ICH (etwas perplex): Ein Flat Coated Retriever, reinrassig.

SIE: Aha, ja. Ist sie noch jung?

ICH: 19 Monate, und Ihre?

SIE: Gut zwei Jahre.

ICH: Einen schönen Sonntag wünsche ich.

SIE: Danke, Ihnen auch.

(Abgang. In unterschiedliche Richtungen).

Versteht mich nicht falsch. Ich bin kein Rassen-Taliban und habe auch nichts gegen Mischlinge, doch denke ich beim Wort Mischung eher an Farben, einen feinen Kaffee oder vielleicht an einen Bordeaux Cuvée…

Wie auch immer, hier noch ein aktuelles Foto von Suki:

Twilight Star's Something Special

suki im schnee

Suki macht Ferien

Claude —  October 5, 2011 — Leave a comment

Twilight Star's Something Special - Suki macht Ferien

Aus der Rubrik Hundehalter-Typen: Die Schickimicki Tusse & der urbane Geilo:

Kennzeichnendes:

Die Schickimicki Tusse, wie auch den urbanen Geilo erkennt man leicht: Sie stehen im Mittelpunkt. Sie sind Meinungs- und Trendmacher, geben den Ton an. Auffallen um jeden Preis. Der Hund ist dabei leider nur ein Accessoire, welches beliebig durch einen trendigen Hut, eine schicke Uhr oder pompöse, auffällige Schuhe ersetzt werden kann.

Diese Charakteren akzeptieren niemanden neben sich, niemanden auf Augenhöhe, niemanden der ihnen ihren Status als Königin oder Herzog eines Cafés oder einer Bar streitig machen könnte. Obwohl (oder gerade deswegen?) sie sich ständig in den Mittelpunkt drängen sind sie einsam, haben keine oder nur wenige Freunde. Jedoch haben sie oftmals einen Gango, eine ihnen hörige Person, ein Mit- oder Nachläufer, der als Vorbote, zur Unterstützung oder auch als Ventil funktioniert. Im besten Falle, solange der Selbsthass des Gangos noch nicht gross genug ist, kümmert er sich mehr oder minder liebevoll um den Hund und kommt dessen Bedürfnissen nach.

Es besteht kein Zweifel, die Schickimicki Tusse und der urbane Geilo sind eindeutig prestigeorientierte Hundehalter. Der Hund ist dabei Mittel zum Zweck, respektive zur Erhaltung des schwer erschaffenen Status.

Hund:

Praktisch und handlich muss er sein. Keinen Lärm machen. Nicht stinken. Aber perfekt seiner Rolle nachkommen, d.h. möglichst wenig Hund dafür ganz viel Accessoire sein. Schickimicki Tussen und urbane Geilos halten sich gerne Klein- und Kleinsthunde. Chihuahua, Mops oder Malteser stehen ganz hoch im Kurs.

Von Sozialisierung zu sprechen wäre hier nicht angebracht. Die Hunde gehen nicht zur Hundeschule, dürfen nicht mit anderen Hunden spielen und kennen oftmals nur den grauen Asphalt. Grüne Wiesen oder gar Wälder sind Fremdworte. Schliesslich wollen sich die Besitzer ja nicht die Schuhe und schon gar nicht die Hände schmutzig machen. Die individuelle Hoheitszone dieser Hunde, also der symbolische Schutzraum der sie umgibt, ist gross. Eigentlich riesig. Denn oftmals kennen sie keine anderen Hunde. Keine anderen Tiere. Sie kennen Menschen, die sie tätscheln und streicheln; solange ihr Besitzer sich im Glamour sonnt.

Diesen Hunden ist zu wünschen, dass ihre Besitzer möglichst schnell das Interesse an ihnen verlieren und sie, wie aus der Mode geratene Stiefel, weg geben. Weg, an einen Ort wo man sich angebracht um sie kümmert. Ihnen gibt was sie brauchen und sie endlich Hund sein dürfen; mit allem was dazu gehört.

Interaktion mit der Umwelt:

Ihr Aktionsradius beschränkt sich auf die Stadt. Die Innenstadt. Da wo all die Läden, Clubs, Bars etc. sind. Da wo man sie sieht, sie bestaunen und bewundern kann. Die Besitzer, nicht die Hunde.

Treffen diese Hunde auf Artgenossen reagieren sie oft gereizt und kläffen. Ihre Besitzer verteidigen sie sofort. Entweder werden sie sofort auf den Arm genommen, davon gezogen oder in einer Tasche in Schutz gebracht. Grössere Exemplare, welche nicht mehr auf den Arm oder in die Tasche passen, werden zudem verbal verteidigt. Oder ihre Besitzer gehen in die Offensive, in dem sie den anderen Hund und seine Besitzer von weitem beschimpfen und sie mit Sätzen wie “wenn dein Hund meinem Vader was tut, verklage ich dich” oder “Nimm den Hund weg, siehst du nicht dass er Cassiopeia viel zu nahe kommt” in die Flucht treiben oder zu einem Ausweichmanöver zwingen.

Alte Bekannte

Claude —  August 28, 2011 — Leave a comment

Es sind erst wenige Leute unterwegs als Suki und ich heute Morgen auf dem Panoramaweg spazieren gehen. Zwar ist es nicht mehr ganz so frisch wie gestern, aber immer noch angenehm. Die Farben sind intensiv. Die Sicht fantastisch und klar: Weit hinter dem Zürichsee sieht man schneebedeckte Gipfel.

Suki rennt schnurstracks auf einen Setter zu. Beide setzen sich hin und lecken sich gegenseitig das Gesicht. Ein solch freundlicher Hund muss auch einen freundlichen Besitzer haben, denke ich. Ich schaue ihn an und staune nicht schlecht. Hat er sich doch in den letzten 15 Jahren kaum verändert.

“Pius? Pius L? Ich bin’s. Claude. Claude H.” Ich nehme die Sonnenbrille ab und der Mann schaut mich an. “Wir haben damals zusammen bei der Redi gearbeitet….”, sage ich und warte auf eine Reaktion. Ist er wirklich der für den ich ihn halte? “Ja schau auch da einer an, klar erinnere ich mich an dich”, sagt er und begrüsst mich freundlich. Wir setzen uns auf eine Bank, schauen unseren Hunden beim Spielen zu und sprechen über die Wohnungssituation in Zürich und natürlich über die alten Zeiten. Über ehemalige Arbeitskollegen, die Chefs, wie das Unternehmen von der Cablecom gekauft und Leute entlassen wurden und über seine Pensionierung.

Es kommt mir vor als hätte ich erst gestern mit ihm geplaudert. Die Zeit vergeht wie im Flug und wir verabschieden uns.

Hoffentlich dauert es nicht wieder 15 Jahren bis wir uns wieder sehen.

Vollnarkose für Suki

Miriam —  August 14, 2011 — Leave a comment

Als Hundebesitzer sammelt man nicht nur gute Erfahrungen, nein, es schleichen sich hin und wieder auch richtig üble Exemplare ein. So ist es mir vergangenen Donnerstag mit Suki ergangen.

Donnerstag ist bei uns im Büro “Suki Tag”, d.h. Suki ist den ganzen Tag bei mir im Büro. Der Tag fängt jeweils schon früh an, wir machen dann einen schönen Spaziergang auf dem Panoramaweg, wundervolle Aussicht auf die Stadt Zürich inklusive.

Wir werfen Suki gerne Stöckchen, sie liebt es diesen Dingern nach zu laufen um dann innert Sekunden Kleinholz daraus zu machen. So geschah es an diesem Tag. Ich warf Suki dieses eine Stöckchen, das unglücklicher weise vertikal im Boden stecken blieb. Suki rannte in ihrem Eiltempo und mit offenem Maul auf dieses Stöckchen zu……und schrie sogleich fürchterlich auf!! Was war geschehen? Ich versuchte Suki zu beruhigen, wollte zu ihr, doch sie rannte desorientiert ein paar Meter weg und dann wieder auf mich zu. Um Hilfe bittend sass sie zusammengekauert da, jede Faser ihres Körpers schien nach Schmerz zu schreien, sie zitterte und viel Blut tropfte ihr aus dem Maul. Continue Reading…

Aus der Rubrik Hundehalter-Typen: Der Kontroll-Freak:

Kennzeichnendes:

“Man muss den Willen des Hundes brechen”. Dies könnte eine typische Aussage eines Kontroll-Freaks sein. Ob sie noch dem Zeitgeist und den gängigen Erziehungsmethoden entspricht, ist jedoch äusserst fragwürdig.

Dem Halter geht es in erster Linie um Kontrolle, um Macht, um Dominanz, um Unterordnung und um Prestige. Der Kontroll-Freak ist vorwiegend männlich, robust, nicht mehr ganz der Jüngste, ist bodenständig und wählt gut-bürgerlich. Er hält sich typischerweise einen Vierbeiner der Eigenschaften wie Unterordnung, Gehorsam, Tiebveranlagung und Nervenstärke mit sich bringt und macht eventuell Hundesport im Bereich Schutzhund oder Obedience. In diesen Fällen hat sich der Hund auf die Arbeit zu konzentrieren, muss Leistung, Stärke und Gehorsam zeigen, soll seinen Besitzer stolz machen und ihn verehren. Die Kommandos sind kurz und prägnant und irgendwie wird man das Gefühl nicht los auf einem Waffenplatz oder im Militär zu sein.

Dieser Hundehalter-Typ ist sicherlich prestigeorientiert und kann auch auf den Hund fixierte, emotionale Züge aufweisen.

Hund:

Rottweiler, Dobermänner, Boxer oder Schäfer werden gerne von Kontroll-Freaks gehalten, wobei letztere ganz klar im Trend liegen. Der Hund hört auf’s Wort, läuft Fuss und ist allzeit bereit Befehle vom Hundeführer zu empfangen. Das Kern-Attribut jedoch, und damit holt sich der Kontroll-Freak seine Bestätigung, ist die ausnahmslose Fixierung des Hundes auf seinen Führer. Diese Hunde sind oftmals eher schlecht sozialisiert, da der Halter wohl mehr Zeit für die Ausbildung des Hundes als für den Aufbau seiner sozialen Fähigkeiten und das Spielen mit Seinesgleichen investiert. Sieht man den Besitzer mit seinem Hund regelmässig, fällt einem leider auf, dass der Hund tatsächlich einen geknickten Eindruck macht. Manche würden gar sagen, dass er aussieht wie ein geschlagener Hund. Das kommt nicht von Ungefähr, wenn man die ersten Zeilen dieses Beitrages bedenkt, so wird Ungehorsam nicht geduldet und wohl auch bestraft.

Viele dieser Hunde haben hervorragende Eigenschaften, um als Gebrauchshund eingesetzt zu werde, arbeiten auch gerne und werden daher oftmals von der Polizei eingesetzt, doch wollen sie auch Hund sein und ihren eigenen Willen haben.

Interaktion mit der Umwelt:

Solche Duos werden nur selten auf Spaziergängen oder in der Stadt gesichtet. Viel mehr verbringen sie ihre Zeit auf dem Hundeplatz oder üben auf abgelegenen Plätzen und Wiesen. Oftmals habe ich den Eindruck, dass dem Besitzer das Training mit der harten Hand zwar peinlich ist, d.h. er es vorerst nicht an die grosse Glocke hängen will, jedoch unter Seinesgleichen auftaut und richtig gesellig sein kann.

Falls uns in seltenen Fällen doch mal ein Kontroll-Freak mit seinem Hund entgegen kommt, so ist der Hund meist passiv, d.h. er kommt nicht zu Suki hin, will meist nicht schnuppern und schon gar nicht spielen. Oftmals wird das Verhalten des Hundes schon vor der eigentlichen Aktion korrigiert. Macht der Hund die kleinste Bewegung in unsere Richtung, gibt es vom Besitzer das korrigierende Kommando und die beiden laufen weiter wie sie daher gekommen sind, Seite an Seite. Demnach sieht sich der Besitzer nicht nur als Hundeführer sondern auch als Hundelenker und attestiert seinem Hund keine Freiheiten, nur Unterordnung.