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Der Klassiker – Ein Gastbeitrag von Sven

Sven

Neulich am Morgen mit Julia auf dem Hundespaziergang im Wald:

Ein alter Mann kommt mir entgegen mit einem ebenfalls älteren Hund, Modell “Bauernhofmischung”. Vorausschauend beobachte ich uns entgegenkommende Hunde jeweils gerne, besonders die, die nicht angeleint sind. Da der Hund eine eher dominante Stellung einnimmt, entschliesse ich mich mal kurz stehen zu bleiben. Der alte Mann bemerkt mich und tut das selbe, er bleibt stehen, sein Hund auch – jedoch etwa 10m vor ihm, also zwischen ihm und uns.

Ich nehme meine Leine aus der Tasche, falte sie provokativ und so unübersehbar wie möglich aus und leine Julia an, die bisher bei mir am Fuss gelaufen ist. Der Mann schaut zu, unternimmt aber sonst nichts. Sein Hund schleicht sich langsam vor. Ich warte noch einen Moment und frage dann: “Ähm sorry, kann ich da bitte irgendwie dran vorbei laufen?” – “Ja, ja kommen Sie nur”, meinte er. Ich laufe zu und als ob ich’s nicht geahnt hätte, kommt sein Hund zu Julia und fängt an ziemlich aufdringlich an ihrem Hinterteil zu riechen, was ich gar nicht mag. Ich stelle mich also dazwischen, blocke ab und laufe dann weiter. Sieht immer sehr akrobatisch anmutend aus, aber immerhin hat’s der Hund kapiert und lässt von weiteren Annäherungsversuchen ab.

Ich erkläre: “Eigentlich würde ich gerne an Ihnen und Ihrem Hund vorbeilaufen können, ohne dass Ihr Hund zu meinen kommt – vor allem wenn ich meinen Hund angeleint habe.” Und nun Achtung (*Trommelwirbel*) – jetzt kommt’s: “Der tut aber nix!” (Martin Rütter Trademark) Ich kontere: “Ja, das sagen sie alle.” Darauf meint er: “Ja den Spruch von Ihnen bringen auch alle!” ….okay – der war nicht schlecht! ;o)

Ich schaue ihn fragend an und ich glaube er bemerkt, dass er soeben in die klassische “Kindergartenargumentation gefallen ist – er versucht’s mit etwas anderem: “Komme ich dahergelaufen oder Sie?” ….wohl in der Hoffnung, dass ich ihm diesmal zustimmen würde. ;o) “Ich glaube wir laufen beide auf diesem Weg, Sie von dieser und ich von der anderen Richtung und irgendwie müssen wir aneinander vorbeikommen. Und wenn der andere seinen Hund anleint – aus was für einem Grund auch immer – sollten Sie ihren mindestens zu sich nehmen, so dass er nicht zum anderen geht.”

Das passte ihm dann aber auch nicht: “Sie müssen mich nicht belehren, ich bin schon viel älter und habe schon viel länger Hunde als Sie.” Da das offensichtlich gut möglich war: “Ja das stimmt sicher, aber ich muss Sie eben doch drauf hinweisen, weil das gehört sich nunmal so – aus Respekt dem anderen gegenüber.”

Ich verabschiedete mich mit einem Lächeln und wünschte ihm einen schönen Tag, was aber nur sehr halbherzig erwidert wurde. Ich glaube so ein bisschen wird er seine Argumentation nochmals überdenken….. vielleicht….. ein bisschen…. ;o)

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