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Nicki hat Angst

MannMitHund.ch

Pfingstmontag, früh morgens. Nur wenige sind unterwegs. Von Zeit zu Zeit treffen wir auf Hündeler, Biker oder Jogger, selten auf Spaziergänger.

In einer Wegkurve bleibt Suki stehen und duckt sich ganz leicht. Ich kann nicht sehen was am Ende der Kurve ist, doch typischerweise verhält sich Suki so wenn sie einen anderen Hund, ein Pferd oder sonst ein Tier sieht. Ich eile zu ihr hin und sehe eine alte Frau, mit Gehstock, leuchtgelbem T-Short, grünen Hosen und einer roter Bauchtasche. Sie hält eine Schleppleine in der Hand. Daran angemacht ist ein kleines, wuscheliges schwarzes Hündchen.

SIE (etwas verängstigt): Ist es ein Rüde?

ICH: Nein, eine Hündin.

SIE (offensichtlich erleichtert): Dann ist gut, sie müssen sie nicht anleinen…

Wir gehen weiter auf die Frau und das Hündchen zu. Suki begrüsst den Hund. Sanft wie immer.

SIE: Wissen sie, Nicki hat eben Angst vor Rüden. Vor allem vor Grossen. Aber Ihre Hündin ist ja ganz eine Liebe.

ICH: Ja ist sie. Ist Nicki denn ein Rüde?

SIE: Ja, ja. Nicki ist ein Rüde. Aber er mag Rüden nicht. Vor allem Grosse. Er wurde eben mal gehetzt und gebissen und seither…

Die alte Frau hat die Schleppleine in der Zwischenzeit fallen gelassen. Suki und Nicki haben zu spielen begonnen. Je länger das Spiel dauerte, umso mehr stellt sich heraus, dass Nicki eine richtige Rampensau ist und richtig grob austeilt.

Seit Suki das zweite mal läufig war, reagiert sie in solchen Situationen immer gleich: sie ohrfeigt die aufdringlichen Spielkameraden. Rechts. Links. Und wieder rechts. Dann zweimal links. Nicki wollte es nicht begreifen. Also rannte Suki eine kurze Runde, um den aufdringlichen Kollegen loszuwerden. Doch Nicki lässt sich nicht so einfach abschütteln. Ich pfeife einmal. Suki kommt angerannt und bleibt neben mir sitzen. Nicki kommt auch. Hmpf!

SIE: Nicki! Nicki, komm wir gehen. Nicki, lass jetzt doch die Hündin in Frieden. Komm Nicki, komm….

Zwei Biker kommen angeradelt und zögern, ob sie das spielende Hundepack effektiv passieren sollen. Ich nutze die Chance uns von Nicki zu befreien, schnappe mir Nicki’s Leine und führe ihn zu der inzwischen ca. 20 Meter entfernten Frau.

SIE: Ach, vielen Dank. Wissen sie, ich habe heute eben kein “Pfifeli” dabei.

ICH: Aha! Schönen Tag noch.

(Abgang. In unterschiedliche Richtungen.)

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